Time Machine Nervigkeiten by falko
7 10 2008Ich habe am Wochenende mein MacBook Pro mal von Grund auf neu mit Leopard installiert. Vorher natürlich nochmal das Time Machine-Backup drüberlaufen lassen, damit ich alle Daten wiederbekomme. Bei der Installation habe ich dann aber bewußt nicht die Wiederherstellung von einem Time Machine-Backup gewählt, da ich alle Programme und vor allem Einstellungen eben von Grund auf neu anlegen wollte.
Für mein Homeverzeichnis wählte ich kurz nach der Installation die FileVault-Verschlüsselung aus. Dabei wird das gesamte Homeverzeichnis eines Benutzers in einer verschlüsselten Image-Datei abgelegt. Beim Einloggen wird diese Datei dann geöffnet und entschlüsselt und als Homeverzeichnis des Users gemounted. Das hat am Anfang auch ganz problemlos funktioniert und ging schnell, da nach der Installation noch keine Daten da waren, die verschlüsselt werden mussten.
Ich habe dann angefangen meine Daten vom Backup zurück zu kopieren und Programme zu installierten. Da trat plötzlich eine Kernel-Panic (grey screen of death) auf. Na toll… verschlüsseltes, geöffnetes Homeverzeichnis und dann sowas. Das kann nicht gut gehen.
Doch nach dem unvermeidbaren Reboot konnte ich mich zumindest wieder anmelden und alles sah aus wie vorher. Allerdings hat es wohl das Schlüsselbund zerhauen. Alle Programme meldeten plötzlich Fehler beim Zugriff auf das login.Schlüsselbund. Das ließ sich jedoch manuell resetten, auch wenn dann alle Einstellungen darin weg waren. Da ich noch ganz am Anfang meiner frischen Installation war, war dort eh noch nicht so viel drin.
Nachdem das Rücksichern abgeschlossen war wollte ich die alten Time Machine-Backups von der externen Platte löschen um wieder Platz für die neuen Sicherungen zu haben. In den Papierkorb werfen und diesen dann leeren hatte ich schonmal probiert. Das dauert ewig da so ein Backup aus Millionen von Dateien besteht. Ich versuchte über das Terminal mit Unix-Boardmitteln den Ordner Backups.backupdb zu löschen. Allerdings war das selbst für den Superuser root auf Grund fehlender Rechte nicht möglich. Alle Tricks die mir so einfielen halfen nichts (Spotlight mds stoppen, Fileattribute überprüfen, etc.). Diese Backups liessen sich nicht löschen.
Ich habe dann die Platte mal bei Möllus an einen Tiger-Rechner (MacOS X 10.4) gehangen und dort im Terminal als root nochmal versucht den Ordner zu löschen. Das hat dann endlich funktioniert. So konnte ich also mein neues Backup starten. Doch leider wies mich Time Machine darauf hin, daß mit FileVault geschützte Accounts nur gesichert werden können, wenn sie nicht angemeldet sind. Das ist zwar logisch, aber nicht schön. Ich bin der einzige Nutzer an diesem Rechner und wenn ich nicht angemeldet bin, dann ist der Rechner aus oder unterwegs. Meinen Account nur zu sichern wenn ich abgemeldet bin macht für mich überhaupt keinen Sinn.
Also habe ich FileVault wieder deaktiviert. Dazu werden alle Inhalte des verschlüsselten Images auf die Platte kopiert und dann als Homeverzeichnis des Users gesetzt. Dafür muss also wenigstens für den Kopiervorgang mind. doppelt so viel Platz auf der Platte vorhanden sein wie der entsprechende User-Folder benötigt. Bei mir hat das ca. 2h gedauert und geht nur im abgemeldeten Zustand.
Jetzt also wieder ohne FileVault, aber dafür mit funktionierendem Backup.









Die Tatsache, dass Apple Timemachine und FileVault nicht zusammen erlaubt ist von der Informatiker-wie-soll-man-das-realisieren-Sichtweise richtig, von der Benutzerseite her aber ein riesiges Minus und wirklich traurig, da FileVault damit seinen Sinn verliert. Wie du habe ich auch den Weg genommen, lieber Daten in fremden Händen als kein Backup. Und eigentlich bin ich mit dem Kompromiss nicht zufrieden.
Übrigens hat FileVault bei mir auch zu Dateninkonsistenzen geführt, wenn das Volumen voll war und dann das System quasi eingefroren ist. Ich war dann kaum mehr in der Lage mich auszuloggen, damit der gelöschte Speicherplatz wieder freigegeben werden kann. Ein zweiter Grund, es auszuschalten …